„Citizenship“ als Ergebnis des Arabischen Frühlings?

Mai 14, 2012 in Panels von admin

„Citizenship ist die Lösung“ (El-Mowatna heya el-Hall) ist ein neuer Slogan in der arabischen Welt nach dem Arabischen Frühling. Besonders die Minderheiten und Angehörige der weniger privilegierten Schichten in der arabischen Welt fühlen sich stark benachteiligt und außen vor, wenn es um regulierte Arbeitsplätze, gesicherte Einkommen oder die Möglichkeit geht, Gerechtigkeit im Allgemeinen, aber auch vor Gerichten zu erfahren.

Da Schlagworte wie Demokratie, Liberalismus oder säkularer Staat von islamistischen Parteien stark attackiert und als anti-islamisches verwestliches Modell dargestellt werden, rückt „citizenship“ oder Bürgerschaft als Alternative in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dies gilt besonders, da das Wort und seine Definition von den alten Regimes in Syrien, Ägypten, Tunesien und den vorhandenen Monarchen in den vergangenen Jahren im Zuge der Reformen und Demokratisierungen verwendet wurde.

In den neo-patrimonialen autoritären Regimen in der arabischen Welt, wo die Nähe und Netzwerke mit dem Staatüberhaupt ausschlaggebend ist, vor den ökonomischen, sozialen und politischen Möglichkeiten und oder der Qualifikation oder dem Wissen, besonders in Abwesenheit des Rechtstaates. Bleiben diese Regime ohne des „Citizenship“ Konzept unter den Islamistischen Regierungen in den Republiken bestehen? Schwächt die zunehmende Erwartung der Bürgerschaft für Gerechtigkeit die Monarchen? Welche Rolle spielen die Islamistischen Gruppierungen bei Durchsetzung oder Schwächung des „citizenship“-Konzeptes?

Ein besonderer Schwerpunkt des Panels wird die Debatte des Konzepts von „citizenship“ sein, seine Definitionen und seine Kompatibilität mit den vorhandenen Regimen in der MENA-Region, auch in Israel als „demokratischer“ Partner in der Region. Inwiefern die Bevölkerungen in der MENA-Region sich der „citizenship“ bewusst sind, soll auch ein Gegenstand mancher Referate sein. Welche Rolle können die zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gesetzgebung  dabei spielen und welche Kraft und Einfluss kann den Islamisten in diesem Prozess beigemessen werden? In dem Panel sollen auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ländern sichtbar gemacht werden.

Organisatorin: Hala Kindelberger, Universität Potsdam

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 04.06.2012 mit einem Abstract bis zu 300 Worten anzumelden bei Hala Kindelberger (Universität Potsdam) hala.k@hotmail.de senden.